Die aktuelle Situation in der Friseurbranche

1.      Die Umsätze der Friseurbranche sind seit Jahren rückläufig.

In der Zeit von 2002 bis 2007 sind  18 % des Branchen-Umsatz  verloren gegangen. Bei gleichzeitig gestiegenen Kosten besonders im Energiebereich, aber auch Steuern, Abgaben und Tariflöhnen, eine schwierige Situation.

Quelle: Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks – Grafik: friseur-news.de

2.      Dementsprechend reagierten die Unternehmen und stellten aus Kostengründen Mitarbeiter frei.

Deutlich über 20% der Beschäftigten im Friseurhandwerk verloren im vorgenannten Zeitraum ihren Arbeitsplatz. Viele bleiben arbeitslos und es ist davon auszugehen das die Hartz IV Leistungen durch Nebentätigkeit aufgestockt werden. Anders ist es kaum zu erklären dass die Betriebe – trotz steigender Arbeitslosenzahlen – keine neuen Mitarbeiter finden.

Arbeitslose die einen qualifizierteren Eindruck machen werden von der Agentur für Arbeit durch Bafög und Meisterlehrgang gefördert, viele starten auch privat dieses Vorhaben und damit in die Selbstständigkeit.

3.      Rasant steigende Zahl der Betriebe

Allein in der Zeit von 2004 bis 2008 verzeichnet das Friseurhandwerk eine Zunahme der Betriebe von + 10,4 % - vielfach Kleinstbetriebe mit einer besonderen Problematik.

4.      Kleinstbetriebe sind von der Umsatzsteuer befreit.

Rund 30% der Friseurbetriebe sind lt. Bundesamt für Statistik von der Umsatzsteuer befreit.
Friseurbetriebe die einen Umsatz von weniger als 17.500 €uro pro Jahr erzielen. 

Für die (steuerpflichtigen) Mitbewerber ist dieses eine Wettbewerbsverzerrung, sie müssen von ihrer Einnahme 19% direkt an den Staat abführen – Kleinbetriebe können diese 19% als Vorteil / Gewinn behalten.

Andere Frage ist dabei:

Umgerechnet sind das etwas mehr als 1.000 €uro Einnahme im Monat. Was bleibt nach Abzug von Miete, Waren, Energie, Versicherungen zum Lebensunterhalt?

5.      Unfaire Bedingungen im Markt

Nicht nur diese Wettbewerbsvorteile der Kleinstbetriebe oder die deutliche Zunahme der Schwarzarbeit machen den herkömmlichen betrieben zu schaffen. Es sind auch Discounter, teilweise als Abkömmlinge der Haar-Kosmetik-Industrie nutzen sie Einkaufsbedienungen und Möglichkeiten die „normalen“ Friseuren  verwehrt sind.

Unbenannt - 1010,- €uro Friseure tun ihr übriges – und man  darf sich fragen wie viel  vom Haarschnitt als Gewinn oder Lohn für die Mitarbeiter übrig bleiben darf. Egal ob bei Preisen von 10,- €uro oder 5,95 €uro.

Auf die Lohnsituation der Beschäftigten einzugehen: Hier wird ebenfalls mit harten Bandagen und vielfach auf Kosten der Mitarbeiter, deren Gesundheit oder auch der Arbeitsqualität kalkuliert.
Anders sind solche Tiefstpreise nicht zu realisieren!

Teilnehmer der Initiative „Der faire Salon“ richten sich nach den tariflichen Verträgen oder Empfehlungen als Mindeststandard.

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